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Kapitel 8 - Schatten aus der Vergangenheit

  Kapitel 8 – Schatten aus der Vergangenheit

  Die Tage nach dem Gespr?ch mit Chen verliefen ruhig – fast zu ruhig.

  Jayden begann wieder zu l?cheln. Ein kleines, vorsichtiges L?cheln, das wie ein zarter Funken Hoffnung wirkte. Chen war st?ndig an seiner Seite. Sie gingen gemeinsam zur Uni, sa?en in den Vorlesungen nebeneinander, lernten zusammen, lachten sogar wieder.

  Für eine kurze Zeit fühlte es sich an, als k?nnte alles gut werden.

  Doch in dieser neu gewonnenen Ruhe lag ein kaum wahrnehmbares Zittern.

  Etwas Dunkles, das sich am Rand seines Bewusstseins regte.

  Jayden konnte es nicht benennen – aber er spürte es.

  An einem verregneten Nachmittag blieb Jayden nach dem Zeichenkurs allein zurück. Kathie war früher gegangen, und Chen hatte noch Training.

  Der Raum war leer. Nur das leise Trommeln des Regens gegen die Fenster begleitete ihn, w?hrend er seine Stifte sortierte und sein Skizzenbuch einpackte.

  Dann h?rte er Schritte.

  Langsam. Schwer. N?herkommend.

  Jayden drehte sich um – und sein Atem stockte.

  Akira stand in der Tür.

  Sein Blick war ruhig. Fast unnatürlich ruhig. Wie eine glatte Oberfl?che, unter der etwas Gef?hrliches lauerte.

  ?Du hast mich also vergessen“, sagte er leise.

  Keine Wut. Kein Vorwurf. Nur K?lte.

  Jaydens Herz setzte einen Schlag aus.

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  ?Was willst du hier?“

  ?Nur reden.“ Akira trat n?her, ein schmaler Schatten auf seinen Lippen. ?Ich dachte, du w?rst anders. Dass du verstehst.“

  ?Ich habe dir gesagt, du sollst mich in Ruhe lassen.“

  Seine Stimme zitterte – doch er wich nicht sofort zurück.

  Akira hielt inne und neigte den Kopf.

  ?Du hast keine Ahnung, was du getan hast, als du mich so abgesto?en hast.“

  Jetzt wich Jayden doch einen Schritt zurück.

  ?Bitte… geh.“

  Doch Akira ging nicht.

  Stattdessen griff er nach Jaydens Skizzenbuch, das offen auf dem Tisch lag. Langsam bl?tterte er darin, als koste er jeden Moment aus – bis er auf einer Seite stoppte.

  ?Du hast mich gezeichnet.“

  Jaydens Herz raste.

  ?Das war im Unterricht… ich zeichne alle.“

  Akira l?chelte. Bitter. Verletzend.

  ?Nein. Das hier ist anders.“

  Jayden wollte das Buch zurückrei?en.

  In diesem Moment flog die Tür auf.

  Chen stand im Rahmen – durchn?sst vom Regen, der Atem schwer, als w?re er gerannt.

  Sein Blick fiel zuerst auf Jayden.

  Dann auf Akira.

  Innerhalb eines Herzschlags ver?nderte sich seine ganze Haltung.

  ?Fass ihn nicht an“, sagte Chen.

  Seine Stimme war ruhig.

  Zu ruhig.

  Eine Ruhe, die brannte.

  Akira lachte leise.

  ?Du kommst immer als Retter, hm? Wie ein Held.“

  ?Ich bin keiner.“

  Chens Blick war kalt wie Stahl.

  ?Aber ich lasse dich nicht noch einmal in seine N?he.“

  Die Luft zwischen ihnen spannte sich wie ein Draht kurz vor dem Zerrei?en.

  Zwei Kr?fte. Gegens?tzlich. Und doch unaufhaltsam.

  Jayden stand dazwischen, das Herz h?mmernd, unf?hig, auch nur einen Ton herauszubringen.

  Dann trat Chen vor, legte Jayden eine schützende Hand an den Arm und zog ihn langsam hinter sich.

  ?Wir gehen.“

  Akiras Stimme folgte ihnen wie ein Stich.

  ?Das ist noch nicht vorbei.“

  Jayden hielt den Atem an.

  ?Menschen wie du k?nnen sich nicht ewig verstecken.“

  Drau?en prasselte der Regen st?rker.

  Chen legte seine Jacke um Jaydens Schultern, ohne zu fragen.

  Jaydens H?nde zitterten.

  ?Ich… ich dachte, er w?re weg.“

  Chen sah in die dunkle, regennasse Stra?e. Sein Kiefer war angespannt.

  ?Das dachte ich auch. Aber jetzt müssen wir vorsichtiger sein.“

  Sie gingen schweigend nebeneinander her.

  Nur der Regen, der auf den Asphalt schlug.

  Nur Jaydens Herz, das zu schnell schlug.

  Er sah zu Chen hinüber – zu dem Menschen, der immer da war. Der ihn schützte. Der ihn auffing, wenn alles um ihn herum zu zerbrechen schien.

  Und in diesem Moment wurde Jayden klar:

  Nicht der Regen lie? ihn zittern.

  Nicht die Angst.

  Sondern die unaussprechliche Wahrheit, die in seinem Herzen langsam, aber unaufhaltsam Form annahm.

  Ohne Chen w?re er verloren.

  Und zum ersten Mal fühlte sich dieser Gedanke nicht nur nach Schutz an –

  sondern nach dem Anfang von Liebe.

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