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Kapitel 3 - Neue Gefühle erwachen

  Der Morgen brach ruhig an. Sanftes Licht fiel durch das Fenster, und für einen kurzen Moment wirkte alles friedlich. Jayden sa? am Rand seines Bettes, die H?nde ineinander verschr?nkt, und dachte an den gestrigen Tag.

  An Chen.

  An diesen einen Augenblick, in dem sein Herz so wild geschlagen hatte, dass es ihm selbst Angst gemacht hatte.

  Er hatte kaum geschlafen. W?hrend Jonathan noch verschlafen g?hnte, fragte Jayden sich, wie er mit ihm darüber sprechen sollte. Noch nie hatte er so etwas empfunden – und noch nie war ihm eine Frage so schwer über die Lippen gekommen.

  Jonathan bemerkte sofort, dass etwas nicht stimmte.

  ?Was ist los mit dir? Du wirkst heute so still.“

  Jayden l?chelte schwach. ?Lass uns sp?ter reden, okay?“

  Jonathan nickte und klopfte ihm auf die Schulter. ?Wie du willst. Frühstück klingt trotzdem nach einem guten Anfang.“

  Nach dem Essen machten sie sich auf den Weg zur Sporthalle, wo die Willkommenszeremonie stattfinden sollte. Unterwegs trafen sie Kathie – ein M?dchen mit offenem, freundlichem L?cheln, das Jonathan am Vortag kennengelernt hatte. Sie begrü?te ihn herzlich, sprach mit einer Selbstverst?ndlichkeit, die Jayden unerwartet traf.

  Als sie sich Jayden zuwandte und sagte: ?Du bist also Jayden – Jonathan hat gestern viel von dir erz?hlt“, fühlte er sich pl?tzlich klein.

  Er hat von mir erz?hlt?

  Was genau wohl?

  Er reichte ihr die Hand, zwang sich zu einem L?cheln. ?Freut mich.“

  Doch innerlich fragte er sich, warum Jonathan ihm nichts von ihr erz?hlt hatte.

  W?hrend der Zeremonie sprach die Direktorin über Ziele, Freundschaft und den Beginn eines neuen Lebensabschnitts. Jayden h?rte nur mit halbem Ohr zu. In seinem Kopf liefen andere Bilder ab – eine Treppe, ein Sturz, Chens Arme, sein L?cheln.

  Nach der Veranstaltung rief Kathie Jonathan noch einmal zu sich. Sie lachte, plauderte, und Jayden spürte, wie sich ein Knoten in seiner Brust bildete. Er verstand nicht, warum.

  Jonathan bemerkte seinen Blick. ?Was ist los?“

  ?Nichts“, sagte Jayden hastig und wandte sich ab. Doch seine Stimme verriet ihn.

  Kurze Zeit sp?ter holte Jonathan ihn ein. ?Hey. Komm, lass uns kurz rausgehen.“

  Sie setzten sich auf eine Bank im Park. Eine Weile schwiegen sie. Das Rascheln der Bl?tter wirkte beinahe tr?stlich.

  Dann erz?hlte Jayden leise von dem Gefühl, das er nicht einordnen konnte. Von der Unruhe, vom Herzklopfen, von Chens Blick.

  Jonathan h?rte aufmerksam zu. Schlie?lich sagte er sanft:

  ?Jayden… das klingt, als h?ttest du Gefühle für ihn.“

  Jayden sah ihn erschrocken an. ?Gefühle?“

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  Das Wort fühlte sich zu gro? an. Zu endgültig.

  ?Ich kenne ihn doch kaum“, murmelte er. ?Wie sollte ich…?“

  In diesem Moment sah er Chen vorbeigehen. Ihre Blicke trafen sich – warm, offen.

  Jaydens Herz begann sofort schneller zu schlagen.

  Ohne ein weiteres Wort stand er auf und ging.

  Chen blieb kurz stehen und sah Jonathan an. ?Darf ich mich setzen?“

  Jonathan nickte.

  ?Ich bin Chen.“

  ?Jonathan. Erstes Jahr.“

  Sie unterhielten sich beil?ufig, bis Chen pl?tzlich fragte: ?Ihr zwei… seid ihr zusammen?“

  Jonathan lachte überrascht. ?Nein. Wir kennen uns seit Ewigkeiten. Wie Brüder.“

  Etwas in Chens Gesicht entspannte sich.

  ?Ich muss zu Jayden“, sagte Jonathan schlie?lich. ?Er ist gerade etwas durcheinander.“

  Chen nickte, blieb jedoch gedankenverloren zurück.

  Sp?ter, auf dem Weg zum Training, begegnete Chen Jayden erneut.

  ?Jayden!“

  Jayden blieb stehen.

  ?Ich muss gleich los“, sagte Chen l?chelnd. ?Aber… würdest du mir deine Nummer geben?“

  Jayden blinzelte. ?Meine Nummer?“

  ?Ich würde dich gern besser kennenlernen. Als Freund.“

  Jayden z?gerte, dann tippte sie ein.

  ?Danke“, sagte Chen leise. ?Ich schreibe dir nach dem Training.“

  Als Freund.

  Und doch fühlte sich dieses Wort seltsam unzureichend an.

  Am Abend vibrierte sein Handy.

  Chen: Hey, hast du schon gegessen?

  Jayden l?chelte, bevor er es merkte. Er antwortete, dass er gerade los wollte. Sekunden sp?ter klingelte sein Handy.

  ?Ich bin nicht gut im Schreiben“, sagte Chen. ?Gehen wir zusammen essen?“

  ?J-ja… gern.“

  ?In einer halben Stunde am Eingang.“

  Jonathan kam herein und sah ihn an. ?Du siehst aus, als h?ttest du ein Gespenst gesehen.“

  Jayden erz?hlte ihm alles.

  Jonathan l?chelte. ?Dann geh. H?r auf, so viel nachzudenken. Es ist nur ein Essen.“

  Er zwinkerte. ?Vielleicht der Anfang von etwas Sch?nem.“

  Als Jayden sp?ter die Treppe hinuntereilte, stolperte er – wieder – und fiel direkt in Chens Arme.

  Für einen Moment stand die Zeit still.

  ?Alles okay?“ fragte Chen leise.

  Jayden nickte, err?tete und trat einen Schritt zurück.

  Sie a?en zusammen, redeten, lachten. Und als sie sich verabschiedeten, fühlte Jayden sich leicht.

  Sp?ter lag er im Bett und starrte an die Decke. Sein Handy vibrierte.

  Chen:

  Ich hoffe, du hattest einen genauso sch?nen Abend wie ich. Gute Nacht.

  Jayden l?chelte, drückte das Handy an seine Brust und schrieb zurück:

  Jayden:

  Ich fand den Abend auch sch?n. Danke. Gute Nacht.

  Mit diesem Gedanken schlief er ein –

  mit dem Gefühl, dass etwas Neues begonnen hatte.

  Etwas, das ihn zugleich ?ngstigte und glücklich machte.

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