Kapitel 8 – Die Wahrheit der Mutter
Zu Hause angekommen lie? Phirun sich ersch?pft auf sein Bett fallen.
Seine Gedanken rasten.
Alles, was an diesem Tag passiert war, drehte sich immer wieder in seinem Kopf.
Arin.
Die Wahrheit über die Risse.
Und vor allem Kael.
Sein Vater.
Phirun schloss die Augen.
?Bin ich nur geboren, um das zu sein, was von mir erwartet wird?“ murmelte er.
Die Frage lie? ihn nicht los.
Wenn das stimmte…
war dann sein ganzes Leben eine Lüge?
Seine Freunde…
Somchai.
Niran.
Anan.
Waren sie wirklich seine Freunde, weil sie es wollten?
Oder weil sie ihm zugeteilt wurden?
Der Gedanke schmerzte.
Gerade als er sich tiefer in diese Gedanken verlor, bemerkte er pl?tzlich etwas.
Eine Bewegung.
Phirun setzte sich abrupt auf.
Vor ihm stand eine Frau.
Sie war wundersch?n. Ihre Ausstrahlung war warm, aber auch traurig.
Phiruns Herz begann schneller zu schlagen.
?…Mama?“
Die Frau l?chelte sanft.
?Ja, Liebling.“
Phirun konnte kaum sprechen.
?Ich… ich dachte…“
?Ich wei?“, sagte sie ruhig. ?Aber ich habe nicht viel Zeit.“
Sie trat n?her.
?H?r mir gut zu.“
Phirun nickte.
?Pack ein paar Sachen und fahr in das alte Haus in Chiang Rai“, sagte sie.
?Dort werde ich auf dich warten.“
Phirun sah sie verwirrt an.
?Warum?“
Doch bevor sie antworten konnte, begann ihre Gestalt bereits zu verblassen.
?Mama—“
Doch sie war schon verschwunden.
Phirun blieb einen Moment lang regungslos stehen.
Dann packte er schnell ein paar Sachen zusammen.
Ohne jemandem etwas zu sagen, verlie? er das Haus.
Zur gleichen Zeit machten sich Somchai, Niran und Anan auf den Weg zu Phiruns Wohnung.
Als sie ankamen, klingelten sie.
Keine Antwort.
Somchai runzelte die Stirn.
?Seltsam.“
Niran versuchte die Tür.
?Abgeschlossen.“
Anan holte sofort sein Handy heraus.
?Ich rufe Kawin an.“
Wenig sp?ter nahm Kawin ab.
?Kawin, Phirun ist nicht hier“, sagte Anan. ?Wir wissen nicht, wo er ist.“
Am anderen Ende entstand sofort Stille.
Dann sagte Kawin ruhig:
?Ich komme.“
Nach mehreren Stunden Fahrt erreichte Phirun schlie?lich Chiang Rai.
Das alte Haus lag etwas au?erhalb der Stadt, umgeben von B?umen und stiller Natur.
Es wirkte verlassen.
Langsam ?ffnete er die Tür.
Der Raum war still.
Doch kaum hatte er das Haus betreten—
?Phirun.“
Er drehte sich sofort um.
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Seine Mutter stand hinter ihm.
Dieses Mal wirkte sie klarer.
Echter.
?Mama…“
Sie sah ihn mit traurigen Augen an.
?Liebling, ich wei?, dass gerade alles zu viel für dich ist.“
Sie trat n?her.
?Und es tut mir unendlich leid, dass ich jetzt nicht immer an deiner Seite sein kann.“
Phirun sah sie verwirrt an.
?Warum?“
Sie schloss kurz die Augen.
?Weil vieles von dem, was du jetzt durchmachen musst… meine Schuld ist.“
Phirun erstarrte.
?Doch bitte h?r mir genau zu“, sagte sie.
?Du musst vorerst hier bleiben. Niemand darf wissen, wo du bist.“
Phirun schluckte.
?Warum?“
Seine Mutter sah ihn lange an.
?Ich werde dir jetzt die ganze Wahrheit erz?hlen.“
Ihre Stimme wurde sanft.
?Und ich hoffe… du wirst verstehen, warum ich so handeln musste.“
Sie nahm seine H?nde.
?Aber versprich mir etwas.“
Phirun sah ihr in die Augen.
?Was?“
?Bitte… hasse mich nicht dafür.“
Ihre Stimme zitterte.
?Alles, was ich getan habe, tat ich aus Liebe zu dir.“
Phirun spürte, wie sein Herz schwer wurde.
?Ich wollte nur, dass du glücklich aufw?chst.“
Dann begann sie zu erz?hlen.
Sie erz?hlte von den Hütern.
Von den Rissen zwischen den Welten.
Von den Gefahren, die entstehen, wenn diese Grenzen brechen.
Und von Kael.
Der Mann, der einst anders gewesen war.
Der Mann, in den sie sich verliebt hatte.
?Er war nicht immer der Feind“, sagte sie leise.
?Es gab eine Zeit, in der er glaubte, die Welten beschützen zu müssen.“
Doch mit der Zeit ver?nderte sich Kael.
Seine Besessenheit wuchs.
Er glaubte, die Macht der Risse kontrollieren zu k?nnen.
Und irgendwann…
verlor er sich selbst darin.
?Als ich erfuhr, dass ich ein Kind erwartete… wusste ich, dass du anders sein würdest.“
Phirun h?rte still zu.
Tr?nen standen in den Augen seiner Mutter.
?Ich wusste, dass Kael dich eines Tages finden würde.“
Ihre Stimme brach.
?Also versteckte ich dich.“
Phirun spürte, wie sich sein Herz zusammenzog.
?Ich habe dich weggebracht, bevor er wusste, dass du existierst.“
Eine Tr?ne lief über ihr Gesicht.
?Es war die schwerste Entscheidung meines Lebens.“
Sie sah ihn an.
?Aber ich wollte, dass du die Chance hast, ein normales Leben zu führen.“
Phirun schwieg.
Dann sagte er leise:
?Du hast mich also gerettet.“
Seine Mutter l?chelte traurig.
?Ich habe versucht, dich zu schützen.“
Drau?en bewegte sich der Wind durch die B?ume.
Und zum ersten Mal begann Phirun zu verstehen, wie gro? das Geheimnis war, das sein Leben bestimmt hatte.
Fortsetzung folgt…

